Gegen die dritte Mannschaft von Stodo mussten wir kurzfristig auf Borsti und Henning verzichten, gingen aber sonst mit einer gut gefüllten Bank in die wichtige Auswärtspartie. Die Trainingsvorbereitung unter der Woche war sehr gut verlaufen und Martin hatte uns auf das Spiel gegen die erfahrene Truppe gut eingestellt. Uns war klar, das wir es mit einer Tempoverschleierung zu tun bekommen würden und uns voll auf unser eigenes Spiel konzentrieren mussten.

Wir entschieden uns dies in einem kollektiven Blackout in der ersten Halbzeit alles nicht zu berücksichtigen und das Handicap von 11 Toren Rückstand mit in die Kabine zu nehmen. Stodo führte zur Pause mit 20:9.

Martin war natürlich so garnicht einverstanden mit dem was wir da machten bzw. nicht machten. Der dringende Appell für die zweite Hälfte hiess: Das Spiel anständig zu Ende bringen, den mitgereisten Zuschauern zeigen, dass wir Handball spielen können – eine Frage der Ehre also.

Die Gastgeber markierten den ersten Treffer in der zweiten Halbzeit, dann aber fingen wir an viel besser gestaffelt in der Abwehr zu arbeiten. Mit gezielten offensiven Aktionen eroberten wir den Ball ein ums andere mal. In einigen Situationen zwangen wir den Gegner regelrecht zu Fehlern, in anderen waren wir einfach sehr aufmerksam. Wir kamen zunächst auf 10 Tore beim 25:15 heran und stabilisierten die Abwehr mehr und mehr. DIe Gastgeber wussten immer weniger, ihre Angriffe gut abzuschliessen. Wir arbeiteten in der Defensive konsequent und standen sehr stark im Abwehrverbund, so dass kein Durchkommen möglich war. Unser Umschaltspiel nach vorne lief dabei bestens. Mit deutlichem Geschwindigkeitsplus agierten wir immer wieder schnell und kompromisslos und kamen beim 29:25 auf vier Tore heran. In der Schlussphase drückten wir durch die Aufholjagd angespornt immer weiter aufs Tempo und gingen knapp zwei Minuten vor dem Ende erstmals mit 30:31 in Führung. Stodo kam dann durch eine Unaufmerksamkeit auf unserer Seite doch noch zum Ausgleich und wir hatten eine knappe Minute für unseren letzten ANgriff. Dummerweise gaben wir den Ball mit einem unplatzierten Abschluss zu früh aus der Hand, so dass die Gastgeber nun 30 Sekunden für ihren Angriff hatten. Dieser fand sich Sekunden vor dem Abpfiff in unserem Tor wieder, weil die Abwehr in der letzten Aktion des Spiels etwas fahrlässig den Kreisläufer (nicht) deckte.

Wir belohnen uns leider nicht für die wirklich extrem starke Aufholjagd. Mit der Leistung aus Hälfte zwei wäre ein Sieg – oder zumindest ein Punkt – mehr als verdient gewesen, das Spielende ist natürlich unglücklich. Verloren haben wir die Kiste aber in der ersten Hälfte – ohne Frage. Was hier möglich gewesen wäre, wenn wir von Beginn an unser Potential abgerufen hätten… So bleibt es Auswärts in dieser Saison leider wie verhext. Wir müssen uns wohl oder übel mit der Relegation anfreunden, allerdings stehen noch zwei Partien gegen die Lübecker Teams aus. Nächste Woche zunächst gegen Lübeck 93 – wir werden alles dafür tun, die Leistung aus Hälfte zwei als Maßstab anzusetzen und das gesamte Spiel ein Feuerwerk abzubrennen.

Tore SC Nahe 08: Sören Letsch 8, Matthias Roberg 5, Oke Knies 5 (1), Norman Saggau 5 (1), Tobias Roberg 4, Michael Bönisch 2, Dennis Saggau 2

Liga: ATSV Stockelsdorf III – Herren 32:31 (20:9)