Im letzten Spiel der Saison 2016/2017 ging es eigentlich um nichts mehr. Weder die Gastgeber, noch wir konnten nach oben oder unten rutschen, Zeit also einfach nochmal ein bischen vernünftig Handball zu spielen. Wir mussten auf sieben Spieler verzichten, die uns Verletzungs- / Arbeits- / Urlaubsbedingt fehlten und konnten so nur auf eine kleine Truppe zurückgreifen. Martin mahnte uns noch vor Beginn des Spiels, nicht in Kaffee-Kränzchen Laune zu verfallen, was angesichts der Voraussetzungen nicht ganz abwägig war.

Schnell zeigte sich, dass er damit nicht so ganz Unrecht hatte. Wir waren zwar körperlich anwesend, in der Abwehr aber viel zu passiv und nicht wach genug, um den Gegner entscheident zu stören. Die Folge waren viele sehr einfache Treffer, auch unsere Torhüter reihten sich da in das allgemeine Mannschaftsbild mit ein. Im Angriff konnten wir zumindest durch einfache Abläufe immer wieder Treffer erzielen, da Buntekuh eine ebenso löchrige Abwehr aufbot. Allerdings liessen wir immer wieder 100%ige Torgelegenheiten aus, sei es nach Ballgewinnen in Form von Tempogegenstösse oder frei durchgespielte Abschlüsse. Der gegnerische Torhüter wurde förmlich heiss geschossen. Nachdem es bis zum 8:8 sehr ausgeglichen war, konnten die Gastgeber unsere Abschlussschwäche nutzen und sich bis zur Pause auf 21:16 absetzen. Zudem verletzte sich Michi nach einem Wurf noch unglücklich an der Wade und schied aus.

In der Halbzeitpause bot uns Martin den frühzeitigen Kasten an – dies oder Handballspielen. Wir entschieden uns für die sportliche Alternative und liessen uns die vielen unnötigen Fehler aufzeigen. Lösungsstrategie für die zweite Hälfte: Abwehr dicht machen, füreinander arbeiten und vorne die Chancen nutzen.

Gesagt getan traten wir in der zwieten Hälfte erstmal aufs Gaspedal. Innerhalb weniger Minuten egalisierten wir den Rückstand mit schnellem Spiel nach vorne und konsequenter Abwehrarbeit. Trotz mehrfacher Gelegenheit liessen wir dennoch die Chance aus, auszugleichen und das Spiel komplett zu übernehmen. Warum auch immer, nagte das scheinbar an uns, so dass wir das Tempo wieder herausnahmen und im Gleichschritt mit den Gastgebern marschierten. Rund 12 Minuten vor dem Ende war dann von all den Ansagen nichts mehr zu sehen. Im alten Muster aus Hälfte eins verteilten wir an die Gastgeber fleissig Geschenke und kassierten eine verdiente 42:38 Niederlage.

Das Spiel ist ein Spiegelbild der Saison, viel zu selten konnten wir unsere Leistung abrufen. Symtomatisch auch, dass wir den besten Angriff der Liga stellen – aber eben auch die zweitschlechteste Abwehr. So geht es also für uns in die Verlängerung: Am 20. und 21. Mai steht das Relegationsturnier an. Die Teilnehmer sind aktuell noch völlig unklar, aus der Aufstiegsrunde werden die beiden schlechter platzierten Mannschaften teilnehmen und wer aus unserer Liga neben uns dabei ist, wird sich erst nach dem letzten Spieltag der Landesliga klären (wenn dort die Absteiger und die Sortierung pro Region feststeht).

So oder so: Für uns zählt nur der Klassenerhalt.

Tore SC Nahe 08: Oke Knies 12 (4), Norman Saggau 7, Matthias Roberg 6, Thorsten Hartleff 5, Tobias Roberg 5, Hans Buhmann 1, Dennis Saggau 1

Liga: Buntekuh Lübeck – Herren 42:38 (21:16)