Die Vorbereitung auf das Spiel gegen die HSG Nord/HU unter der Woche verliefen recht allgemein, weil man sich auf das Team eigentlich überhaupt nicht einstellen kann. Das hat in erster Linie damit zu tun, dass die Mannschaft immer wieder anders besetzt ist, mal mit dem A Jugend Nachwuchs und einzelnen Perspektivenspielern für die erste Mannschaft, mal mit Ergänzungsspielern. So fanden sich am frühen Sonntag Nachmittag zum Kaffeekränzchen wieder mal einige neue und einige bekannte Gesichter auf Seiten der Gäste in der Halle ein. Auch wenn Martin eine sehr klare Route ausgegeben hatte und auf zwei Punkte pochte, taten wir uns in der Anfangsphase schwer. Wir liessen die Gäste viel zu oft gewähren und waren dabei in unserer Abwehr selbst eher eine Art Angriffsbegleitung. So lag Nord/HU zunächst mit zwei Treffern in Front, ehe wir etwas besser ins Spiel kamen. Wir kamen dann auch immer wieder zu einfachen Treffern, wenn wir denn auf die Lücken in der gegnerischen Abwehr eingingen. Wir taten uns trotz des Platzes, der durch die offensive Deckung entstand, schwer, den Ball mit Tempo und Zug Richtung Tor zu treiben. Wenn wir das beherzigten, landete der Ball meistens auch im Netz. So brachten wir eine 18:15 Halbzeitführung zu Stande, zufrieden durften wir aber bei weitem nicht sein.

Das machte Martin uns auch sehr deutlich, schon in der Auszeit in Hälfte eins hatte er unser Deckungsverhalten moniert und auch im Angriff galt es mehr aus dem Platz zu machen. Die Devise war sehr klar: Dem Gegner keinen Raum lassen und selber vorne mit einfachen spielerischen Mitteln die Tore erzielen, um die Partie früh für uns zu entscheiden.

Die guten Vorsätze trugen wir bis zum 21:15 auch vor, die Abwehr war wach und gewonnene Bälle münzten wir direkt in Treffer vorne um. Damit verabschiedeten wir uns aber vom geordneten Spiel und leisteten uns viele Fehler. Im Angriff vergaben wir leichtfertig beste Wurfmöglichkeiten, in der Abwehr fand wieder soetwas wie Begleitschutz für die Gegner statt. Die Gäste kamen sogar nochmal zum Ausgleich beim 24:24. Erschwerlich kam hinzu, dass die „leichtfüssigen“ bei jeglichem Körperkontakt wie Blätter von den Bäumen segelten, was die Schiedsrichter sehr gerne mit einem Siebenmeterpfiff und einigen Zeitstrafen quittierten – sicherlich auch mal berechtigt. Leider gab es diese Entscheidungen trotz sehr klarer körperlicher Einwirkung des Gegners in unseren Angriffen nicht, die Gäste hatten am Ende keine einzige Zeitstrafe kassiert. Nichts desto trotz hielten wir mit Kampf dagegen und bäumten uns immer wieder auf, gingen wieder mit drei Treffern in Front und schafften es, die Spannung bis in die Schlussminute zu tragen. Die Gäste kamen 10 Sekunden vor dem Ende auf ein Tor heran und wir liessen anschliessend die Uhr runterlaufen und gewannen das Spiel mit 35:34.

Am Ende zählen letztlich nur die beiden Punkte, aber trotzdem müssen wir uns die Frage gefallen lassen, warum wir unser spielerischen Niveau nicht routiniert abgerufen haben. Die Abwehr war viel zu passiv, Absprachen wurden kaum eingehalten und im Angriff nutzten wir selten die Räume aus. Das müssen wir natürlich ändern und fokussieren uns nun auf den kommenden Samstag, wenn das schwere Auswärtsspiel in Travemünde ansteht. Dann sollten aber wohl alle wieder auf der Höhe sein und mit einem deutlichen Leistungsplus auf die Jagd nach den Punkten gehen können.

Tore SC Nahe 08: Michael Bönisch 7, Oke Knies 7 (1), Tobias Roberg 5 (1), Norman Saggau 4, Jan Flötotto 4 (1), Sören Letsch 4, Dennis Saggau 2, Matthias Roberg 1, Matthias Kraus 1

Liga: Herren – HSG Norderstedt/Henstedt-Ulzburg II 35:34 (18:15)