Im Hinrunden Nachholspiel gegen den Tabellenführer aus Travemünde fehlte uns erneut unser Kreisläufertrio Hans, Nic und Heiko. Zudem war Borsti Urlaubsbedingt ebenso nicht mit dabei. Die Gäste, die in den letzten Spielen noch personell arg gebeutelt waren, traten mit einer vollen Bank an. Wir kannten das Team ansonsten nur aus Gesprächen mit den anderen Mannschaften, wussten aber um die Rückraumstärke. Martin hatte uns darauf eingestellt, wir wollten zunächst mit einer kompakten Abwehr auftreten.
Es zeigte sich sehr schnell, dass unsere Defensive nicht entschlossen genug und mit dem nötigen Maße an Konzentration zu Werke ging. Nach einer kurzen ausgeglichenen Phase bekamen die Gäste Oberhand, weil wir zum einen in der Abwehr oftmals zu weit weg vom Gegenspieler standen und zum anderen die Zweikämpfe nicht wirklich annahmen. So erzielte Travemünde immer wieder mit Durchbrüchen einfache Treffer. Im eigenen Angriff waren es oftmals technische Fehler, mit denen wir den Ball leichtfertig aus der Hand gaben. Das Resultat war eine sechs Tore Führung mit 12:6 für Travemünde. Die Umstellung auf eine offensivere Abwehr und im Angriff der Einsatz eines siebten Feldspielers brachte uns mit viel Aufwand zumindest wieder in Schlagweite – bis zur Halbzeit kamen wir auf 18:21 heran.
Martin brachte es in der Pause schnell auf den Punkt: Mit der Einstellung in der Defensive würde es nicht reichen. Der Angriff war in den Schlussminuten der ersten Hälfte deutlich besser geworden, aber die Partie würden wir nur für uns entscheiden können, wenn wir besser in der Abwehr arbeiteten und dagegenhalten würden.
Wir kamen gut in die zweite Halbzeit. In der Deckung traten wir mit einer leicht modifizierten Offensivausrichtung auf und erkämpften uns einige schnelle Ballgewinne. So kamen wir auf einen Treffer heran, gaben dann aber den Ball wieder mehrfach leichtfertig aus der Hand und liefen anschliessend beim 23:28 wieder fünf Treffern hinterher. Das Team gab aber niemals auf, kämpfte sich wieder heran und münzte die, in der Defensive erarbeiteten Bälle, vorne in Tore um. Wir hatten nun einige Vorteile und glichen beim 31:31 aus. Die letzten Minuten wurden so ein offener Schlagabtausch, wir verpassten es mehrfach, die Führung zu übernehmen und waren dann kurz vor Schluss nicht clever genug. Erst kassierten wir eine unnötige Zeitstrafe, dann brachten wir zwei Würfe mehr oder weniger unvorbereitet nicht im Tor unter. So konnten die Gäste 20 Sekunden vor dem Ende das 36:34 erzielen und den Sieg erringen.
Die Niederlage ist sehr ärgerlich, weil wir mit etwas mehr Geschick zumindest einen Punkt hätten einfahren können. Wir müssen uns da aber an die eigene Nase fassen, nicht nur die letzten etwas überhasteten Minuten waren da ausschlaggebend, sondern besonders die Abwehrarbeit war phasenweise einfach nicht ausreichend, um gegen eine starke Mannschaft zu bestehen. Ein Siebemeterverhältnis von 4:12 (und daraus 11 resultierenden Toren) spricht da ebenso Bände. Das wir es besser können, haben wir in den letzten Partien schon oft gezeigt. Daran arbeiten wir in der Woche nochmals und werden dann nächste Woche gegen Kaltenkirchen Vollgas geben und die offene Rechnung aus dem Hinspiel begleichen. Die kämpferische Einstellung gestern hat ja schon gestimmt.

Tore SC Nahe 08: Oke Knies 11 (4), Matthias Roberg 5, Jan Flötotto 5, Norman Saggau 5, Michael Bönisch 4, Tobias Roberg 2, Matthias Kraus 1, Sören Letsch 1

Liga: Herren – TSV Travemünde 34:36 (18:21)