Nach der unglücklichen Niederlage gegen den Tabellenführer aus Travemünde, stand mit Kaltenkirchen/Lentförden nun ein direkter Tabellennachbar und Mitkonkurrent um den Klassenerhalt auf dem Spielplan. Das Hinspiel hatten wir gegen den Gastgeber lange Zeit dominiert und bis zur 40. Spielminute noch mit 6 Toren geführt, ehe wir das Handballspielen einstellten und mit einem Tor verloren. Entsprechend motiviert waren wir, diese Chance auf Wiedergutmachung zu ergreifen. Da wir mit einem Sieg mit Ka/Le punktgleich ziehen konnten, war das Spiel schon ein kleines Stück wegweisend – Anschluss an das Tabellenmittelfeld oder weiterhin im Relegations-/Abstiegskampf?!
Mit Matze R., Jan, Hans und Heiko fehlten uns die etatmäßigen Kreisläufer, was die Stimmung etwas dämpfte. Da die Halle in Lentförden etwas schmaler ist, als es normale Handballhallen sind und zudem noch ohne Backe gespielt wird, waren die Gastgeber hier nicht zu unterschätzen!
Trotz aller Motivationen und Ansprachen, verschliefen wir wieder die Anfangsviertelstunde. Der backefreie Ball bereitete uns im Angriff wie erwartet einige Schwierigkeiten. Mehr als ein paar unkontrollierte Würfe aus dem Rückraum kamen dabei nicht zustande. Da diese sehr unplatziert auf das Tor kamen, waren es dankbare Bälle für den Torhüter.
Die Gastgeber wiederum machten uns dann vor, wie man mit einem backfreien Ball zu spielen hat. Schnelle Pässe, Abbrüche, durch die Lücken gehen oder den Außen freispielen. Und vor allem: Nicht aus dem Rückraum werfen! Das waren wohl die Hauptargumente, warum wir nicht wirklich in das Spiel fanden. So war es nicht verwunderlich, dass wir nach 12 Minuten mit 6:2 hinten lagen. Mit einer leicht korrigierten Aufstellung, kämpften wir uns dann auf 7:7 zurück. Man hatte nun das Gefühl, dass wir besser im Spiel waren. Immer dann, wenn wir mit Druck den Ball schnell durchspielten, ergaben sich entsprechende Chancen. Sobald wir aber auch nur ein wenig undiszipliniert wurden, bestraften uns die Gastgeber aus Kaltenkirchen mit schnellen Gegentoren. So gaben wir das Unentschieden bis zur Halbzeit erneut leichtfertig aus der Hand und gingen mit einem 12:8 Rückstand in die Kabine.
Die Halbzeitansprache von Martin fiel entsprechend nüchtern aus. Klar und deutlich sprach er unsere Fehler an. Wir hatten hier die Chance uns im Tabellenmittfeld festzusetzen und gingen damit fahrlässig um.
Neu motiviert, starteten wir in die 2te Hälfte. Nach einer kurzen Abtastphase, erspielten wir uns leichte Vorteile. Da Kaltenkirchen, nach einem Foul in unserem Angriff, eine rote Karte zugesprochen kam, hatten wir eine gute Chance den Rückstand zu verkürzen. Mehrfach spielten wir uns gegenseitig in verschiedenen Überzahl Situationen frei, konnten die aussichtsreichend Würfe aber nicht verwerten. Und trotz der Überzahl, konnten sich die Gastgeber weiter absetzen und zogen so von 13:10 auf 18:10 davon. Obwohl der 8 Tore Vorsprung Mitte der 2ten Halbzeit bereits wegweisend wirkte, gaben wir uns nicht auf und kämpften uns Tor für Tor wieder zurück. Die Abwehr, samt Torhüter stand nun deutlich besser und auch im Angriff lief es urplötzlich. Über ein 19:14, verkürzten wir 3 Minuten vor Schluss auf 23:21. Den folgenden freien Angriff der Gastgeber entschärfte Marek mit einer Glanzparade. Der Ball sprang ihm dabei aber unglücklich an sein Bein und rollte von dort ins Seitenaus, so dass Kaltenkirchen im Ballbesitz blieb. Dies nutzten die Gastgeber geschickt aus, um weiter Zeit von der Uhr zu nehmen und siegten so am Ende verdient mit 24:21.

Es bleibt weiter dabei, dass wir es nicht schaffen konstant unsere Leistung abzurufen. Die guten Resultate aus dem neuen Jahr gegen die Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel, machen wir uns durch solche Spiele leider immer wieder selbst kaputt und müssen so weiterhin um den Klassenerhalt bangen.

Liga: HSG Kaltenkirchen/Lentförden – Herren 24:21 (12:8)